Michel Paradis
Abteilung für
Sprachwissenschaft, McGill-Universität (michel.paradis@mcgill.ca)
und
Centre de
Neuroscience de
Da der Umfang, in dem Patienten ihre Sprachen wiedererlangen,
sehr stark variiert, ist für eine wirklich zuverlässige Diagnose Folgendes zu
berücksichtigen: (1) Alle vom Patienten zuvor gesprochenen Sprachen
sollten mithilfe eines linguistisch und kulturell äquivalenten
Instrumentariums bewertet werden; (2) dieses sollte nicht eine bloße
Übersetzung einer Testreihe sein, die für eine andere Sprache entwickelt und in
dieser standardisiert wurde, und (3) es ist wichtig zu wissen, dass sich
Aphasie-Symptome in jeder Sprache unterschiedlich manifestieren. Schlägt eine
Therapie in einer Sprache nicht an, sollte sie in einer anderen versucht
werden. Neben der Pragmatik kann bei manchen Patienten auch auf das
(möglicherweise in einer der Sprachen umfangreichere) metalinguistische
Wissen und die Übersetzung von einer Sprache in eine andere als
Kompensationsstrategie zurückgegriffen werden.
Wenn ein in zwei oder mehreren Sprachen
bewanderter Patient nach einem Schlaganfall oder einem Unfalltrauma das
Bewusstsein wiedererlangt, wäre zu erwarten, dass er alle diese Sprachen zum
gleichen Zeitpunkt und im selben Umfang wiedererlangt. Waren die prämorbiden Kenntnisse in einer der Sprachen ausgeprägter
als in der/den anderen, wäre zu erwarten, dass sich dieser Unterschied auch in
dem Ausmaß der Beeinträchtigung der einzelnen Sprachen niederschlägt, wobei die
zuvor besser beherrschte Sprache besser abschnitte. Tatsächlich zeigt sich
dieses Muster bei vielen Patienten. Wenn die aphasische
Sprache Parallelen mit den ursprünglichen relativen Fähigkeiten in den beiden
Sprachen aufweist, wird dieses Phänomen als parallel recovery
(parallele Restitution) bezeichnet. Dennoch liegen Berichte über zahlreiche
Ausnahmen vor, bei denen Patienten ihre Sprachen nach einem von mehreren
möglichen, nicht parallelen Muster wiedererlangen. Der Begriff differential recovery (differentielle Restitution) bezieht sich auf
Fälle, bei denen sich eine Sprache in Relation zu den prämorbiden
Kenntnissen besser erholt als die andere(n). Wird eine Sprache lange vor der
anderen restituiert, wird dies als successive
recovery (sukzessive Restitution) bezeichnet. Selective recovery (selektive
Restitution) bezeichnet den Fall, dass der Patient nur eine Sprache
wiedererlangt. Bei der antagonistic recovery (antagonistischen Restitution) erlangt der
Patient zunächst nur eine Sprache wieder; während sich dann die zweite Sprache
nach und nach restituiert, verschlechtert sich die erste wiedergewonnene
Sprache proportional und verschwindet letztendlich. Wiederholt sich das Muster,
d.h. wechseln sich im Laufe der Zeit verfügbare und nicht verfügbare Sprachen
mehr als ein Mal ab, spricht man von alternating
antagonism (alternierender Antagonismus), da die
Sprachen über Zeiträume von 24 Stunden bis zu einer Woche oder sogar Monaten
alternieren. Es gibt auch Berichte von Patienten, die ihre beiden Sprachen
unwissentlich vermischen und nicht in der Lage sind, jeweils nur eine Sprache
zu sprechen. Dies wird mixed oder blending recovery
(gemischte Restitution) genannt und bezeichnet das Vermengen oder
Durcheinanderbringen zweier Sprachen, (derartig) wie Wörter oder Syntax von
manchen einsprachigen Patienten gemischt werden.
Bis vor kurzem
wurde die Beurteilung zweisprachiger Patienten in den meisten Krankenhäusern leider
vorwiegend in nur einer ihrer Sprachen vorgenommen. Selbst in Städten, in denen
große Teile der Bevölkerung zweisprachig sind, wie in Montreal, oder in denen
viele Ausländer und Migranten
leben, wie in Paris, wurde die Tatsache, dass ein Patient zuvor eine andere
Sprache beherrscht hat als die im Krankenhaus verwendete, im besten Fall in der
Patientenakte vermerkt, jedoch nicht wesentlich berücksichtigt.
Glücklicherweise wächst bei den Logopädin das Bewusstsein für die Tatsache,
dass es aufgrund der Möglichkeit, dass der Patient lediglich in nur einer der
Sprachen charakteristische Symptome zeigt, ethisch nicht länger vertretbar ist,
Aphasiker auf der Grundlage der Untersuchung von nur einer ihrer Sprachen zu
beurteilen. Aber auch heute noch werden Patienten allzu häufig nur mit einer
Standard-Testreihe in der Sprache des Krankenhauses und eher beiläufig in der
oder den anderen Sprache(n) beurteilt, noch dazu zum größten Teil auf Grundlage
der subjektiven Eindrücke von Fachpersonal, das nur rudimentäre Kenntnisse der
jeweiligen Sprache besitzt, oder Laien, die zumindest die Sprache beherrschen.
Da bislang kein Faktor identifiziert
wurde, anhand dessen der Status einer Sprache in Relation zu einer anderen
vorhergesagt werden kann, ist es unbedingt erforderlich, Aphasiker unabhängig
von der jeweiligen prämorbiden
Beherrschung in allen prämorbid von ihnen
gesprochenen Sprachen zu beurteilen. Tatsächlich wurde von Patienten berichtet,
bei denen sich die Sprache, die sie prämorbid am
wenigsten gut sprachen und für die sie keine besondere Vorliebe hegten, am
besten restituierte. Die Beurteilung in nur einer Sprache ist deshalb aus
mindestens zwei wichtigen Gründen unzureichend. Eine der Sprachen des Patienten
nicht zu prüfen kann negative soziale und/oder klinische Folgen haben. Erstens
ist es möglich, dass Patienten nicht einschätzen können, welche der beiden
Sprachen stärker beeinträchtigt ist, oder irrtümlicherweise annehmen, dass eine
von ihnen besser wiedererlangt wurde. In einem solchen Fall, beobachtet in
Montreal, führte dies dazu, dass der Ehemann der Patientin die drastische
Entscheidung traf, sein Unternehmen aufzugeben und in das Herkunftsland des
Paares zurückzukehren, in der Hoffnung, dort einen Neuanfang zu machen (ein
eher unsicheres Unterfangen, wenn jemand über 50 ist). Untersuchungen ergaben,
dass die Patientin ihre niederländische Muttersprache nicht besser restituiert
hatte als das Englische, die Sprache ihrer Umgebung, so dass die Notwendigkeit
des Wohnortwechsels hinfällig wurde. Zweitens besteht die Möglichkeit, dass
spezifische Symptome in nur einer der Sprachen eines Patienten feststellbar
sind, sei es aufgrund der besonderen strukturellen Eigenschaften dieser Sprache
oder aufgrund einer differentiellen Restitution, bei der die nicht untersuchte
Sprache die stärker beeinträchtigte ist. So zeigte beispielsweise ein in
Montreal untersuchter ungarisch-englischer Patient bei den Untersuchungen in
englischer Sprache – der Sprache des Krankenhauses – keine klaren Symptome,
wies aber bei den Untersuchungen in seiner ungarischen Muttersprache, in der er
tagtäglich mit seiner Frau und seinen Mitarbeitern zu sprechen pflegte,
eindeutige Zeichen von Dysgrammatismus auf.
Es müssen nicht nur alle Sprachen getestet
werden, sondern es ist auch erforderlich, dass jede einzelne von ihnen mit
einem linguistisch und kulturell äquivalenten Instrumentarium ausgewertet wird,
damit die Ergebnisse zuverlässig miteinander verglichen werden können. Die
Manifestationen der Aphasie folgen dem Theorem von Murphys Gesetz, dass da
lautet: Nur was schief gehen kann, wird auch schief gehen. Mit anderen Worten,
die Struktur der Sprache bestimmt, welche Arten von Fehlern auftreten können.
Der Grund, warum eine bestimmte Art von Fehler in einer bestimmten Sprache
besonders zu Tage tritt oder auffällt, kann auf einen oder mehrere verschiedene
Faktoren zurückzuführen sein: (1) das Vorliegen von obligatorischen Kontexten,
(2) der Einfluss der Form auf die Abweichung von der Bedeutung, (3) die
Häufigkeit der Nutzung des Test-Items in einer
Sprache/Kultur, (4) die strukturelle Komplexität des Test-Items
(zum Beispiel die Anzahl der Abweichungen von der Regel), (5) Vorhandensein
oder Fehlen von Redundanz (zum Beispiel Satzstellung und Kongruenz vs. entweder
Satzstellung oder Kongruenz); (6) Vorhandensein oder Fehlen eines Nullmorphems
und die Fragen, ob Substantive und Verben als Wortstamm existieren oder
flektiert werden müssen, (7) ob bei der Weglassung der Flexion die verbleibende
Form ausgesprochen werden kann oder nicht und (8) ob die Form anhand von
Regeln, zum Beispiel, ob sie regelmäßig oder unregelmäßig ist, eingeprägt oder
abgeleitet wird. Die Art des Fehlers wird wahrscheinlich von der Art der
Aphasie abhängen (zum Beispiel Weglassen vs. Substitution und/oder Art der
Substitution), aber die Gesamtheit der möglichen Fehler (zum Beispiel was
weggelassen oder ersetzt werden kann) ist durch die Grammatik der
Sprache begrenzt. Mit anderen Worten, die Art der Fehler kann von der Art der
Aphasie abhängen, obwohl die möglichen Fehler durch die strukturellen
Eigenschaften der jeweiligen Sprache beschränkt sind. Ein Patient mit Dysgrammatismus mag ein vorgegebenes Morphem ersetzen
können (das Nullmorphem, falls verfügbar), aber wenn diese Option nicht
besteht, da ansonsten eine nicht auszusprechende Form oder ein Nichtwort
entstünde, kann systematisch ein anderes, weniger markiertes Morphem, wie der
Nominativ von Substantiven und der Infinitiv von Verben – wiederum durch die
Häufigkeit der Nutzung modifiziert – verwendet werden.
Um Fehldiagnosen
zu vermeiden, ist es wichtig, dass sich der Sprachtherapeut der besonderen
Manifestationen aphasischer Symptome in einer
bestimmten Sprache oder Sprachfamilie bewusst ist. Solange beispielsweise der Dysgrammatismus als ein Auslassen grammatischer Morpheme in
obligatorischen Kontexten und Paragrammatismus als
ihre Substitution definiert wurde, lief man Gefahr, bei einem bilingualen
englisch- (oder spanisch- oder ungarisch-) hebräisch- oder arabischsprachigen
Patienten einen Dysgrammatismus im Englischen (oder
Spanischen oder Ungarischen) zu diagnostizieren, aber einen Paragrammatismus
im Hebräischen oder Arabischen, obwohl der Patient in Wirklichkeit in beiden
Sprachen dysgrammatisch war. Wenn wir nun annehmen,
dass Dysgrammatismus klinisch allgemein durch eine
verringerte Nutzung freier und gebundener Flexionsmorpheme, das Fehlen der
grammatischen Kongruenz, den verringerten Gebrauch komplexer Satzstrukturen und
die Verwendung des Telegrammstils gekennzeichnet ist, können wir davon
ausgehen, dass einige dieser Manifestationen aufgrund der strukturellen
Eigenschaften bestimmter Sprachen mehr oder weniger hervorstechen. Zumindest
wird ein Aphasiker in einer Sprache, die bestimmte Strukturen (zum Beispiel
bestimmte Artikel) nicht aufweist, nicht die Möglichkeit haben, sie in
obligatorischen Kontexten auszulassen – genauer gesagt, in keinem Kontext, da
es keinen gibt, in dem sie ausgelassen werden könnten. Nehmen wir an, dass es
eine Struktur zwar gibt, sie aber nur selten auftritt; auch in diesem Fall wird
es wenige Gelegenheiten geben, bei denen Defizite bei ihrem Gebrauch
festgestellt werden könnten. Klinikärzte [HK1]und
Forscher sollten sich deshalb dessen bewusst sein, dass allgemeine Regeln o.ä. ihrer eigenen Sprache in der Sprache des zu
untersuchenden Patienten möglicherweise keine Gültigkeit haben.
Aus diesem Grund
sollte das Evaluationsinstrumentarium nicht allein eine bloße Übersetzung einer
Testreihe sein, die für eine andere Sprache entwickelt und in dieser
standardisiert wurde. Jede Aufgabe erfordert ein eigenes Kriterium, das
sprachübergreifend äquivalent ist und von dem Grundprinzip hinter dem
Aufgabenkonzept (zum Beispiel: Was wollen wir messen und warum), den
strukturellen Distanzen zwischen den Sprachen und den kulturellen Unterschieden
zwischen den Sprachgemeinschaften abhängt. In dem Bilingual Aphasia
Test (Zweisprachiger Aphasie-Test – BAT)
beispielsweise variiert aus verschiedenen Gründen das Kriterium bei jeder der
32 Aufgaben. Stimulus-Items können kulturell
unangemessen sein. Es besteht die Möglichkeit, dass sie sich auf Dinge
beziehen, die nicht Teil der Kultur sind oder anders aussehen und
funktionieren, so dass sie nicht wiedererkannt oder
missverstanden werden könnten. Einige grammatische Konstruktionen können in der
ursprünglichen Sprache der Testreihe einen ganz anderen Schwierigkeitsgrad
haben. Und es liegt auf der Hand, dass Aufgaben, die auf phonologischen
Minimalpaaren oder Reimwörtern basieren, in eine andere Sprache übersetzt
überhaupt nicht funktionieren werden. Einige Wortreihen, wie Wochentage oder
Monate gibt es in manchen Sprachen nicht. Es ist möglich, dass die Häufigkeit,
mit der Wörter verwendet werden, stark von der des
übersetzten Äquivalents abweicht. Gängige syntaktische Konstruktionen, wie das
Passiv im Englischen, werden in manchen Sprachen nur selten oder überhaupt
nicht gebraucht. Dieser Punkt muss nicht weiter ausgeführt werden. Es reicht
anzumerken, dass Übersetzungen in der Regel keine auswertbaren Ergebnisse
bringen. Vielmehr müssen in Übereinstimmung mit dem Grundprinzip, nach dem die
Items konstruiert wurden, entsprechende Items in der anderen Sprache ausgewählt
werden, damit diese dieselben Informationen wie das Original herausbekommen.
Aus einer solchen Übertragung kann ein Test hervorgehen, in dem die Items keine
ersichtliche Ähnlichkeit mit dem Original haben – und doch sind diese
zutreffender, als es eine bloße Übersetzung wäre (sie prüfen beispielsweise
dieselben zugrunde liegenden Merkmale wie das Original, wenn auch mit anderen
Mitteln).
Auch weitere kulturelle Aspekte können bei
der Umsetzung von Tests beachtenswert sein. Die Antworten des Patienten sind
sowohl im Hinblick auf die Aussprache als auch die Morphosyntax unter
Berücksichtigung seines Dialekts und seines Soziolekts zu betrachten. Die Art
der Anrede hängt von den lokalen Bräuchen ab, zum Beispiel in Sprachen, in
denen unterschiedliche Pronomen für die Anrede zur Verfügung stehen (tu/vous im Französischen; Du/Sie im
Deutschen; gij/U im Niederländischen,
etc.). Die BATs spezifizieren, dass Pronomen dem
Alter, Geschlecht und dem wahrgenommen Status im Verhältnis zum Interviewer
gemäß verwendet werden sollten, damit sich der Patient möglichst wohl fühlt. Es
gibt manche Kulturen, in denen es Männern unangenehm ist, von einer Frau oder
einem jüngeren Gegenüber oder a fortiori von
einer jungen Frau getestet zu werden. In anderen Ländern wiederum ist es Frauen
unangenehm, von einem Mann geprüft zu werden. Die Testergebnisse können von
diesen Faktoren beeinflusst werden.
In der Literatur finden sich Berichte über
Fälle, in denen sich die in der behandelten Sprache erzielten Fortschritte
partiell auf die unbehandelte Sprache übertragen haben; Fortschritte nur oder in
größerem Umfang in der unbehandelten Muttersprache, und zwar nach Abschluss der
Therapie in der zweiten Sprache, erzielt wurden; Fortschritte sich überhaupt nicht auf die unbehandelte
Sprache niederschlugen oder die Behandlung beider Sprachen lediglich
Verbesserungen in einer Sprache brachte. Dies lässt zumindest die
Schlussfolgerung zu, dass es sein kann, dass eine Therapie nur in einer der
Sprachen, nicht aber in der anderen Sprache, Erfolg zeigt, selbst wenn beide
Sprachen zu Therapiebeginn qualitativ wie quantitativ gleich stark ausgeprägt
waren (d.h. gleich starke und äquivalente Symptome). Schlägt eine Therapie also
in einer Sprache nicht an, bedeutet dies nicht, dass sie nicht in der anderen
Sprache ausprobiert werden sollte.
Angesichts des Verhaltens mancher
zweisprachiger aphasischer Patienten ergeben sich
drei Kompensationsstrategien, die in der Rehabilitation eingesetzt werden
könnten: die Nutzung metalinguistischen Wissens, das
in der zweiten, später erlernten Sprache umfangreicher sein kann, die
Substitution der Pragmatik, wenn die Syntax und/oder der lexikalische Zugang
fehlen, sowie die Verwendung von Übersetzungen, möglicherweise über das metalinguistische Wissen, auf allen linguistischen
Strukturebenen. Da
manche zweisprachige Aphasiker die Fähigkeit haben, in eine Sprache zu
übersetzen, die ihnen in der Spontansprache oder zur Benennung alltäglicher
Gegenstände nicht zur Verfügung steht, wurde in der Tat vorgeschlagen, auf
Übersetzungen zurückzugreifen, wenn Wörter in einer Sprache nicht abgerufen
werden können. Vor kurzem wurde von einer Patientin berichtet, die infolge
einer funktionellen Hemisphärektomie der linken
Hemisphäre unter erheblichen Sprachstörungen litt, aber in der Lage war, den
äußerst beeinträchtigten lexikalischen Zugriff durch den Zugriff auf Wörter in
der anderen Sprache zu kompensieren. Zudem war sie in der Lage, Gebärden
einzusetzen, wenn sie ein Wort in keiner der beiden Sprache abrufen konnte.
Schlussfolgerung
Zweisprachige
Aphasiker restituieren nicht unbedingt beide oder alle ihrer Sprachen zur
gleichen Zeit und in gleichem Maße. Es gibt keinen bekannten Zusammenhang
zwischen den Restitutionsmustern und einzelnen biologischen oder
umweltbedingten Faktoren. In manchen Fällen kann es den Anschein haben, dass
die zweite Sprache besser restituiert wird als die Muttersprache, da sich der
Patient auf metalinguistisches Wissen stützt.
·
Alle
Sprachen eines Aphasikers sollten mit einem linguistisch und kulturell äquivalenten
Instrumentarium untersucht werden und nicht mit einer einfachen Übersetzung
eines Standardtests aus einer anderen Sprache.
·
Die
Tatsache, dass eine Therapie in einer Sprache nicht anschlägt, bedeutet nicht,
dass dies auch in einer anderen der Fall ist.
·
Kann
ein Wort nicht abgerufen werden, ist es möglich, dass eine Übersetzung
verfügbar ist.
Literaturangaben:
Paradis, M. (2001): The need for awareness of aphasia
symptoms in different languages. In: M. Paradis (Hrsg.): Manifestations of aphasia symptoms in different
languages (S. 1-7).
Paradis,
M. (2004): A neurolinguistic theory of
bilingualism (Kapitel 3: Bilingual aphasia). Amsterdam: John Benjamins.
(und deren
jeweiligen Quellenangaben)
[HK1]The same as earlier: the clinical
SLT = Logopäde, Logopädin.